In der Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Lautenbach hat die Musik und das Musizieren einen hohen Stellenwert. Unüberhör- und sehbarer Beweis dafür ist die Lautenbacher Blaskapelle, ein Orchester, in dem behinderte Menschen gemeinsam mit nichtbehinderten Menschen leidenschaftlich und begeistert musizieren.
Vor mehr als 20 Jahren hat der leidenschaftliche Musiker Jean-Christophe Klockenbring, der ansonsten die Kachelwerkstatt leitet, auf Anregung einer betreuten Bewohnerin die Lautenbacher Blaskapelle ins Leben gerufen. Seither umrahmt sie die zahlreichen festlichen Anlässe in der Dorfgemeinschaft mit klassischer Musik, aber auch mit fetzigem Swing oder ausgelassener Tanzmusik. Ihr Ruf ist zwischenzeitlich weit über die Grenzen der Region hinaus legendär, so dass regelmäßig Einladungen zu Auftritten ins Haus flattern, die die Kapelle durchaus bis in den Norden der Republik, ins benachbarte Ausland oder sogar in renommierte Häuser wie den baden-württembergischen Landtag führen. Wer die Kapelle einmal gehört hat, ist einfach begeistert, nicht nur vom Sound, sondern auch von der äußerst erfolgreichen und gelebten Integration von Menschen mit Behinderung.
Dabei war die Grundidee ursprünglich eine ganz andere: Musikbegeisterte Menschen mit Behinderung sollten die Möglichkeit erhalten, in der Gemeinschaft eines Orchesters ein Instrument zu spielen. Jean-Christophe Klockenbring steuerte die Instrumente bei und überlegte mit viel Einfallsreichtum, wie die betreuten Menschen beispielsweise das Noten lesen erlernen könnten. Disziplin und ein hohes Maß an Geduld war und ist gefragt, doch die Freude und der Stolz in den Gesichtern der betreuten Menschen, wenn es wieder einmal gelungen ist, ein neues Stück einzuüben, oder ein Auftritt mit frenetischem Applaus quittiert wird, sprechen nicht nur für Klockenbrings Konzept, sondern sind ihm auch Lohn genug für die nicht einfache Aufgabe.
Zur Blaskapelle stießen bereits in den Anfangszeiten zahlreiche Lautenbacher Mitarbeiter und auch heute noch greifen Bundesfreiwilligendienstleistende, Praktikanten, Auszubildende und Mitarbeiter während ihrer Wochen, Monate oder Jahre währenden Aufenthalts in der Dorfgemeinschaft gern zwecks Verstärkung der durchschnittlich 20-köpfigen Blaskapelle zu ihren Instrumenten.
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Jean-Christophe Klockenbring
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