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Freie, christliche Gemeinschaft
Religion und Glaube im Alltag
Lautenbach ist eine christlich orientierte Gemeinschaft und wer uns besucht, sieht unseren schlichten Kapellenbau mit den farbigen Glasfenstern, die Szenen aus dem Evangelium darstellen. Hier findet sonntags unsere von Musik, Gespräch und Andacht geprägte Morgenfeier statt. Regelmäßig wird auch der Kultus der Christengemeinschaft "die Menschenweihehandlung" zelebriert.

In den Familien findet samstags der Bibelabend statt in Anknüpfung an die Tradition, die Karl König in den Camphill Einrichtungen schuf. Im Alltag zeigt sich der religiöse Hintergrund unseres Lebens bei den Besinnungspunkten vor und nach den Mahlzeiten, nicht zuletzt aber in der hingebungsvollen Arbeit in den Werkstätten.

Lautenbach ist anthroposophisch orientiert und eine "Lebenszyklus-Gemeinschaft", d. h. viele Mitarbeiterkinder sind hier geboren und getauft worden. Es gab Hochzeiten und auch etliche Sterbefälle. Diese Endstation des Lebens begleiten wir über einige Tage in Form einer Totenwache. Viele von uns ist dies nur ein Schritt auf dem Bogen der Inkarnationen, der Tod als Teil des Lebens und als natürlichen Aspekt unseres Daseins.

Im Jahreslauf ist die Feier der christlichen Feste wichtig für uns, und dazu gehören auch Johanni am 24. Juni und das Michaelifest am 29. September. Zwischen Weihnacht und Epiphanias in den Heiligen Nächten ruht die Werkstattarbeit. Eine besondere Stimmung erfüllt das Dorf. Das Traumlied von Olaf Asteson wird jeden Morgen gesungen, abends gibt es vor allem das Einstudieren des Oberuferer Dreikönigsspiels. Beide Aufführungen am Dreikönigstag beenden diese ausgesparte Zeit im Jahreslauf.

Welche Bedeutung solch eine religiöse Grundstimmung für unsere Lebensgemeinschaft hat, lässt sich nicht leicht fassen. Aber beeindruckend ist zu erleben wie gerade die Betreuten ihr Schicksal dadurch besser annehmen, mehr Sinn darin finden können und auch das Sterben seinen Schrecken verliert.